Voere X3 im Kaliber 6.5 Creedmoor und .338 Lapua Magnum auf dem Prüfstand bei der Long Range Society. Wir haben uns die österreichische Long Range Büchse aus Kufstein nicht nur genauer angesehen, sondern eine gekauft und für mehrere Monate regelmäßig geschossen. Warum haben wir das gemacht? Einerseits natürlich, weil wir auf österreichische Qualitätsarbeit stehen, und andererseits, weil wir einfach ein fundiertes Feedback zu diesem Gewehr abgeben wollten.
Um etwas wirklich richtig beurteilen zu können, muss man es einfach eine Weile besessen haben und man muss es auch für den dafür vorgesehenen Einsatzzweck entsprechend genutzt haben. Wir waren mit der X3 regelmäßig Long Range schießen bis 1.200 Meter. Beide Kaliber, egal ob 6.5 Creedmoor oder .338 Lapua Magnum, waren regelmäßig im Einsatz – bei Wind und Wetter. Ich denke, wir können hier jetzt ein gutes Feedback zum Gewehr abgeben, für alle, die sich gerne so etwas kaufen möchten, gerade vor einer Kaufentscheidung stehen oder nach einer guten Option für den Long Range Sport suchen.



Stärken der X3
Die Voere X3 ist ein wirklich schweres Gewehr und liegt damit auch perfekt im Schuss. Also ganz egal, ob man eine 6.5 oder eine .338 damit abfeuert, die Voere bleibt davon relativ unbeeindruckt und ruhig liegen, egal ob sitzend, liegend oder auf dem Tripod. Sie ist daher für den Präzisionsschuss sicher, was das Gewicht betrifft, eine optimale Waffe.
Der Schaft und das Schaftsystem generell sind auf den Schützen perfekt einzustellen, egal ob Schaftlänge, Schulterstütze oder Wangenauflage. Alles kann individuell mittels hochwertiger Verstellmöglichkeiten und Verstellmechanismen angepasst werden. Die X3 hat unserer Meinung nach hier einen wirklich hervorragenden Eindruck gemacht.
Besonders erwähnenswert ist der serienmäßige eingebaute Monopod. Hinten ein Erdsporn, der federunterstützt ein- und ausgefahren werden kann und mit einer Drehverschraubung in der Höhe verändert wird. Das ist wohl einer der besten Monopods, die es am Markt gibt. Wenn man sich so etwas separat im Aftermarket kauft, wird das nie so gut funktionieren wie das, was Voere hier serienmäßig eingebaut hat. Also dieses Teil ist wirklich ein absolutes Highlight und sorgt dafür, dass die Waffe perfekt ausbalanciert abgefeuert werden kann.
Das gleiche gilt für den Abzug. Wir haben uns von dem regulären Single-Stage-Abzug getrennt und zwei verschiedene Double-Stage-Abzüge einbauen lassen. Einmal mit 300 Gramm, was deutlich zu wenig war. Voere war dann so cool und hat uns den Abzug nochmal umgebaut auf 500 bis 600 Gramm, was dann das perfekte Setting war für die X3, weil es einen klaren Druckpunkt gewährt hat. Egal, ob mit kleinem oder großem Kaliber – eine perfekte Abgabe des Schusses wurde dadurch ermöglicht, in Bezug auf den Abzug.


System und Aufbau
Das restliche System des Gewehrs ist massiv aufgebaut, sieht auch optisch sehr gut aus und kann mit verschiedensten Farboptionen direkt bei Voere ge-cerakotet werden. Wir haben unsere Waffe in Black Multicam beschichten lassen, komplett inklusive des Laufes, was richtig gut ausgesehen hat. Ihr werdet so eh auch einige Bilder bei uns auf Instagram finden oder eben hier auf der Seite.
Die X3 ist serienmäßig mit einer Picatinny-Schiene ausgestattet, mit verschiedenen Optionen für die Vorneigung. Wir haben uns entschlossen für die verstellbare Vorneigung. Das heißt, man kann die Montage auf diese verstellbare Picatinny-Schiene draufsetzen, das Glas drauf montieren und kann dann den Winkel einstellen, was eine zusätzliche Vorneigung zwischen 20 und 30 MOA möglich macht. Das muss man sich daneben einstellen über die Verschraubung an der Picatinny-Schiene, was für eine ausreichende Vorneigung sorgt.
Wir haben die Waffe geschossen mit einer Vorneigung von 20 MOA, mit einer Spurmontage mit 0 MOA, einem Kahles 624i, und es war hier möglich, mit der 6.5 Creedmoor und mit der .338 ziemlich nahe am selben Verstellbereich 0 einzurichten, was uns nach oben hin 140 Klicks gegeben hat. Verstellbereich, was mehr als ausreichend ist für die X3, um mit der .338 auf 1.500 Meter zu schießen, ohne das Absehen benutzen zu müssen. Also Verstellbereich mehr als ausreichend und hier die Option bei Voere, entweder eine verstellbare Picatinny-Schiene einbauen zu lassen oder eben eine fixe mit einer fixen Vorneigung.
Der Lauf ist ein Lothar-Walther-Lauf. Marken-Lothar-Walther-Läufe sind hervorragende Läufe, präzise gefertigt, mit einer serienmäßig sehr, sehr coolen Mündungsbremse, die auch einen guten Job macht. Es ist sogar eine Montage für Flimmerband vorgesehen. Also die Läufe sind ebenfalls exzellent, da kann man sich wirklich nicht beschweren, hier gibt es nichts zu meckern.
Was wir noch besprechen müssen, ist die Montagemöglichkeit für Zweibeine. Es gibt optional einen Sporn, den man im System vorne auf 6 Uhr montieren kann, um diverse Zweibeine draufzustecken – angefangen von Fortmeier über alles andere, was es so am Markt gibt. Wir haben uns für eine 12-Uhr-Montage entschlossen und ein großes Fortmeier-Zweibein auf 12 Uhr montiert, was für die Voere eigentlich perfekt gewesen ist.
Im Großen und Ganzen zusammenfassend: Die Voere ist ein hervorragendes Präzisionsgewehr, wirklich erstklassig, schießt gut, trifft hervorragend. Es war uns möglich, ein halbes MOA zu schießen auf 500 Meter, und selbst bis 1.200 Meter war die Waffe immer präzise und hervorragend zu bedienen.
Nachteile der X3
Und das sind im Prinzip nur zwei Punkte, die man hier anführen kann. Das eine sind die Magazine, die leider manchmal nicht optimal arbeiten, wobei hier besonders die Kunststoffmagazine anzusprechen sind. Die Metallmagazine funktionieren in der Regel sehr gut, aber Kunststoffmagazine neigen dazu, manchmal nicht perfekt einzurasten oder zu weit ins System nach oben hinaufzurutschen. Das heißt, man muss sie leicht nach unten ziehen, damit sie wieder satt aufliegen, um sicher im System repetieren zu können, ohne eine Ladehemmung zu produzieren. Hier könnte man sicher etwas nachbessern.
Das zweite ist der Verschluss. Der Verschluss funktioniert eigentlich sehr gut. Man muss aber trotzdem wissen, was man tut, weil durch das Multikalibersystem die Voere hier manchmal etwas hakelig ist, wenn man den Verschluss schließt. Das ist aber kein Problem, wenn man seine Waffe kennt und 20–30 Schuss abgegeben hat – dann bekommt man das wunderbar hin. Allerdings muss man sagen, dass das Repetiergefühl oder gerade das Schließen des Verschlusses bei der X3 den anderen hochwertigen Waffen wie einer Sako oder einer Accuracy International ein bisschen nachsteht.
Bis auf diese zwei Punkte muss man aber durchweg sagen, dass die X3 eine hervorragende Wahl ist, wenn jemand ein optimales Gewehr für den Long-Range-Sport sucht. Besonders die Multikaliberfunktion mit ihren vier Schrauben ist hier noch zu erwähnen. Sie funktioniert ebenfalls erstklassig und steht von der Einfachheit der Bedienung deutlich über einer Sako M10 zum Beispiel, wo das Ganze etwas unpraktischer und fummeliger ist.
Fazit
Zusammengefasst kann man hier nochmal sagen: Die Voere X3 ist eine hervorragende Option für jemanden, der ein Multikaliber-Long-Range-Gewehr sucht. Die Kaliber von .308 bis .408 CheyTac sind in einer X3 problemlos möglich. Laufwechsel und Verschlusswechsel funktionieren sehr angenehm und schnell. Jeder, der bereit ist, eine Waffe im Mittelpreissegment zu erwerben, wird hiermit sicher seine Freude haben.
Von uns eine klare Empfehlung für die Voere X3. Wir hoffen, ihr hattet Freude an diesem Erfahrungsbericht und wünschen euch viel Erfolg, wenn ihr euch für die X3 entscheiden solltet.